NamastĂ© allerseits 🙂 in diesem Beitrag möchte ich euch mit auf eine Reise ins ferne Nepal nehmen, genauer gesagt in die Annapurna Region. Diese Region liegt nördlich von Pokhara, der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt Nepals, im Himalaya und bezaubert durch seine atemberaubende Natur und den mitunter höchsten Bergen dieser Welt.

Eigentlich wĂ€re ich hier gar nicht gelandet, denn einer meiner grĂ¶ĂŸten TrĂ€ume war es den Mount Everest, mit 8.849 Metern der höchste Berg der Welt, einmal live zu sehen. Ich hatte mich im Vorhinein ausgiebig informiert und war entschlossen den Weg zum Everest Base Camp selber, ohne Guide oder fremde Hilfe, anzutreten.

Als ich dann schließlich in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, ankam und mit einigen Einheimischen ĂŒber mein Vorhaben sprach, inspirierte man mich dazu meinen Plan umzuwerfen und in der Annapurna Region wandern zu gehen, da die Route rund um das Annapurna Massiv landschaftlich um einiges schöner sei. Ich vertraute den Herzensmenschen, denen ich hier begegnete und warf meinen Plan um. Ich hatte nichts zu verlieren und Zeit genug – denn ein RĂŒckflug hatte ich vorerst nicht gebucht.

Bereits hier lernte ich Entscheidungen aus dem Herzen heraus zu treffen und das zu tun, was sich fĂŒr mich jetzt gerade im Moment richtig anfĂŒhlt.

Der Annapurna Circuit gilt als eine der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderrouten der Welt. Der höchste Punkt der gesamten Strecke wird mit Überqueren des Throng La Pass auf 5.416 Metern erreicht. Eine Gegend, in der die Luft sehr dĂŒnn wird, was ich sehr zu spĂŒren bekam – doch spĂ€ter dazu mehr.

Nach ein paar weiteren Tagen ging es dann also mit dem Bus auf nach Pokhara. Die Busfahrt an sich glich bereits einem Abenteuer, wenn man bedenkt, dass es hier kaum befestigte Straßen gibt und die Natur in diesem atemberaubenden Land die Macht hat.

Ich war sehr gespannt, was mich in Pokhara erwartete. Es sollte einer der schönsten Orte in ganz Nepal sein, so hatte ich gelesen. Dies vor allem wegen des beeindruckenden Bergpanoramas, welches hinter der Stadt aufragt und aufgrund des bezaubernden Pewa Lakes, der an den die Stadt angrenzt. Geografisch gesehen liegt Pokhara so ziemlich genau im Mittelpunkt des Landes.

Als ich dann schließlich an der Uferpromenade ankam, wurde ich nicht enttĂ€uscht. Ein Traum und so anders im Vergleich zu dem, was ich bisher von Nepal kennengelernt habe. Denn wĂ€hrend Kathmandu sehr laut, dreckig und voller Menschen war (was nicht negativ gemeint ist), schien hier das Leben in Balance mit der Natur zu sein. Dies sollte der perfekte Ort sein um mich auf mein Abenteuer vorzubereiten – denn bisher hatte ich weder Wanderschuhe noch ein Permit, welches notwendig ist, um das Annapurna Massiv zu umrunden.

Schnell stellte ich fest, dass sich hier in Pokhara nicht allein bin und sich viele Gleichgesinnte aus aller Welt tummeln – alle auf der Suche nach einer Herausforderung oder einzigartigen Momenten im Leben.

Nach weiteren drei Tagen am Pewa See war ich mit meinem Vorhaben bei der Behörde registriert und gut genug vorbereitet um mich mit dem Bus auf den Weg zum Ausgangspunkt meiner Annapurna Umrundung zu machen – nach Besisahar, nordöstlich von Pokhara auf 760 Metern.

Bereits auf dem Weg nach Besisahar nahm ich war, dass ich von anderen Menschen umgeben war, die das gleiche Ziel wie ich verfolgten – den Thorong La Pass erfolgreich zu ĂŒberqueren. Bereits zuvor, an der Bushaltestelle, kam ich mit Marvin ins GesprĂ€ch. Marvin hatte das gleiche Alter wie ich und er kam aus Hamburg. Wir verstanden uns auf Anhieb unglaublich gut und entschlossen kurzerhand die erste Etappe gemeinsam zu erwandern.

Nach einer warmen Mahlzeit in Besisahar ging es auch schon los. Die ersten Meter auf dem Annapurna Circut fĂŒhrten durch ein fruchtbares und farbenprĂ€chtiges Flusstal, umgeben von bewaldeten BerghĂ€ngen. Die Natur zeigte sich hier in ihrer vollen Pracht – ein wahrer Traum.

Wenn man von der Einteilung in Klimazonen ausgeht, so durchquert man auf diesem Trek außer den Tropen alle physischen Klimazonen der Welt – Vielfalt pur!

Hin und wieder kamen wir an HĂ€usern der Einheimischen vorbei, die aus dem GrĂŒn der Reisefelder hervorragten und nicht zu ĂŒbersehen waren. Ich hatte bereits in Kathmandu die Erfahrung gemacht, dass die Menschen hier in Nepal unglaublich gastfreundlich, herzlich und respektvoll waren.

Weiter vorbei an dem kleinen Dorf Bhulbhule (840 Meter) wurde es bereits dunkel, bevor wir unser erstes Etappenziel – Bahundanda – auf 1.370 Metern erreichten. Doch es war kein Problem auch unter diesen UmstĂ€nden noch einen Schlafplatz zu bekommen.

In den letzten Jahrzehnten ist der Tourismus hier in der Region stetig angewachsen, so dass viele Einheimische heute die Unterbringung und Verpflegung von GĂ€sten als zusĂ€tzliches Einkommen fĂŒr sich nutzen um ein besseres Leben zu fĂŒhren. Denn daneben leben und ĂŒberleben viele Menschen hier rein von ihrer eigenen Landwirtschaft.

Am nĂ€chsten Morgen ging es wieder frĂŒh auf die Beine, denn heute stand eine herausfordernde und lange Etappe an. Der Weg sollte uns weiter bis auf 1.675 Meter nach Tal fĂŒhren. Im Nachhinein die rein kilometertechnisch lĂ€ngste Etappe der gesamten Umrundung.

Der Weg ab Bahundanda fĂŒhrte uns weiter das Flusstal hinauf an steilen BerghĂ€ngen entlang. Auf dem Weg nach Tal trafen wir auf Menschen, die Marvin und ich bereits im Bus nach Besisahar kennengelernt hatten. Kurzerhand entschlossen wir uns dieser bunt gemischten Truppe anzuschließen um die letzten Kilometer nach Tal gemeinsam zurĂŒckzulegen.

Nachdem wir den Abend bei dem ein oder anderen Bierchen und einer ausgiebigen Brotzeit verbracht hatten, entschlossen wir uns die nĂ€chsten Etappen gemeinsam zurĂŒckzulegen und das Annapurna Massiv zu umrunden.

Was wĂ€re nun solch eine Story ohne die passenden Gesichter dazu kennenzulernen. Also gut, nachstehend ein Bild von unserer tollen Truppe 🙂

Schnell stellte sich heraus, dass dies Begegnung kein Zufall war. Denn mit jedem Kilometer der Strecke wurde die Herausforderung das Massiv zu umrunden anspruchsvoller und krĂ€fteraubender – körperlich und auch psychisch.

Von Tal ging es ĂŒber die nĂ€chsten beiden Tage gemeinsam weiter ĂŒber Chame (2.630 m) nach Upper Pissang auf 3.300 Meter – immer entlang des 150 km langen Marsyangdi Flusses, der zu dieses Jahreszeit recht wenig Wasser trĂ€gt. Im FrĂŒhjahr, wenn die Gletscher und der Schnee der Giganten zu schmelzen beginnt, liegt der Wasserspiegel des Flusses bei einem Vielfachen von dem, was wir im September erleben.

Mit jedem weiteren Höhenmeter wandelte sich die noch zuvor fruchtbare Ebene immer mehr in karge Waldgegenden und eine atemberaubende Felsenlandschaft.

Angekommen in Upper Pissang auf ĂŒber 3.300 Meter erwartete uns ein bis dahin verborgener Blick auf die gewaltige Ausmaße des Annapurna Massivs mit Blick auf den Annaurna II – mit 7.937 m der sechzehnthöchste Berg unseres Planeten.

FĂŒr mich persönlich war und ist Upper Pissang einer der schönsten Orte auf der gesamten Route im Annapurna Massiv – was nicht zuletzt mit der Erfahrung zusammenhĂ€ngt, die ich an diesem Morgen machen durfte. Denn am Tag des Aufbruchs entschloss ich mich dazu, so frĂŒh aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Einer der Momente, die ich niemals in meinem Leben vergessen.

Live in totaler Stille zu erleben, wie das Licht eines neuen Tages auf den von Schnee bedeckten Gipfel des gewaltigen Annapurna II trifft – unbezahlbar.

Die Route des Annapurna Curcuit fĂŒhrt weiter ĂŒber Manang (3.530 m) nach Khangsar auf 3.734 Meter – Ausgangspunkt fĂŒr den Aufstieg zum Tilicho Lake.

Der Tilicho Lake, mit 4.916 Metern (fĂŒr die Nepalesen) der höchste See der Welt liegt nicht auf der ĂŒblichen Route der Umrundung. Wir als Gruppe entschieden uns allerdings diesen Umweg und die zusĂ€tzlichen Kilometer in Kauf zu nehmen. Nicht nur, weil der Tilicho See zu einer der schönsten Seen der Welt gehört, sondern auch, weil wir unseren Körper an die mittlerweile extreme Höhe gewöhnen und somit Verantwortung fĂŒr unser Leben ĂŒbernehmen mussten.

Durch die extreme Höhe nimmt der Luftdruck immer weiter ab, was dazu fĂŒhrt, dass sich die BlutgefĂ€ĂŸe im Körper verengen und der Sauerstoffanteil im Blut sinkt. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel.

Der Körper braucht Zeit, um sich an die neuen LebensumstĂ€nde zu gewöhnen – daher ist es unglaublich wichtig sich zu akklimatisieren. Unter Akklimatisation versteht man die individuelle physiologische Anpassung eines Organismus an sich verĂ€ndernde Umweltfaktoren.

In der Praxis sieht das so aus, dass man auf eine höhere Ebene aufsteigt, um dann zeitnah (am gleichen Tag) wieder auf zum Ausgangspunkt abzusteigen. Die Tour zum Tilicho Lake war also der perfekte Anreiz um sich an die Höhe anzupassen.

Da wir am selben Tag zum Ausgangspunkt (Khangsar) zurĂŒckkehrten, konnten wir das erste Mal unser GepĂ€ck in der Unterkunft belassen – ein unglaublich befreiendes GefĂŒhl, wenn man bedenkt, dass wir sonst jeden Tag rund 20 kg auf unseren RĂŒcken transportierten.

Wir gingen also frĂŒh am Morgen in der gewohnten Gruppe los um es noch am gleichen Tag wieder zurĂŒck in die Unterkunft zu schaffen. Der Weg fĂŒhrte uns entlang durch gesperrtes Erdrutschgebiet, vorbei an steilen AbhĂ€ngen zu einem winzigen, schmalen Pfad, der uns etwa 1.000 Höhenmeter, hoch zum See fĂŒhren sollte.

Schon frĂŒh bemerkte ich, dass sich das Bewegen in diesen Höhen ĂŒber 4.000 eine Herausforderung darstellt, die alles bis dahin gewesen im Schatten stehen lĂ€sst. Es lĂ€sst sich kaum in Worte fassen, wie hart und krĂ€fteraubend dieser Aufstieg war.

Ein stĂ€ndiger Kampf zwischen meinem Körper, der sich in krassen Schmerzen danach sehnte umzukehren und meinem Ich, welches dazu beitrug, dass ich den Aufstieg weiter durchgezogen habe. Einige meiner Partner*innen mussten frĂŒhzeitig umkehren, da die Situation nicht mehr tragbar war.

Da jeder sein eigenes Tempo verfolgte – ein winzig kleiner Schritt nach dem Anderen – war jeder auf sich allein gestellt. Außerdem lies der sehr enge Pfad auch wenig Spielraum. Die beeindruckende Landschaft wurde ĂŒberschattet von Schmerz und Kampf.

Hier habe ich gelernt und das erste mal tief in meinem Herzen gespĂŒrt, dass ich alles, wirklich alles in meinem Leben erreichen kann, wenn ich nur fest an mich glaube. Wir alle haben so unglaublich Potential in uns. Potential das Leben zu fĂŒhren, welches wir uns ertrĂ€umen. Wir mĂŒssen es nur zulassen.

Und ja, ich bin angekommen. Als ich den Tilicho Lake erblickte dauerte es nur Milisekunden bis ich in TrĂ€nen ausbrach. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nichts, wirklich nichts vergleichbares, fĂŒr das ich so sehr gekĂ€mpft habe.

Pures GlĂŒck. Zufriedenheit. Dankbarkeit. Freude. Frieden. All das war prĂ€sent. Alle Sorgen, Ängste, Gedanken hatten keinen Raum wĂ€hrend dieses GlĂŒcksmoments. Dieser Zustand hielt fĂŒr ein paar Minuten an, bevor ich mich dem einzigartigen Blick auf den See öffnen konnte.

Nach etwa einer halben Stunde auf knapp 5.000 Höhenmetern machten wir uns auf den Weg zurĂŒck nach Khangsar, wo wir letztendlich am Abend wieder alle gemeinsam und gesund zusammentrafen. Es gab so viel zu erzĂ€hlen und der ganze Raum strahlte vor Lebensfreude und positiver Energie. Wir waren stolz. Stolz auf uns und was wir bis hierin erreicht hatten.

Am nĂ€chsten Morgen fĂŒhrte unser Weg StĂŒck fĂŒr StĂŒck weiter Richtung Thorong La Pass, mit 5.416 Metern dem höchsten Punkt des gesamten Treks. Nur noch drei Tage bis zum Aufstieg – wenn bis dahin die Gesundheit mitspielte.

Von Khangsar ging es jedoch erstmal ĂŒber steppenartige Hochebenen in ein kleines Örtchen namens Lhedar, welches auf 4.250 Metern liegt.

An diesem Tag sollte ich eine ganz besondere Begegnung haben – und zwar mit einem Yak. Yaks sind eine wilde Rinderart, die in diesen Hochebenen des Himalayas viel zu finden sind.

Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich ein Yak in meinem Leben gesehen hatte, dachte ich mir mich doch mal einem Yak zu nÀhern, welches etwas Abseits vom Wegrand am grasen war. Ich bewegte mich also schleichend auf dieses Yak zu, welches wohl bemerkte, dass ich da war.

Ich schoss mein Bild, war aber noch nicht happy. Also bewegte ich mich bis auf ein paar wenige Meter auf das Tier zu. Doof nur, dass ich nicht bedachte, dass es sich um ein wildes Tier handelte und Menschen in dieser Gegend hier eher rar sind.

Jedenfalls fing das Yak plötzlich, ganz unerwartet mit den Vorderbeinen an zu scharren. Es dauerte Millisekunden, dass ich mich in meinem geistigen Auge in einer Stierkampfarena wiederfand. Ihr glaubt nicht, wie schnell ich in diesen Moment um mein Leben gerannt bin.

Zu gern hĂ€tte ich mich von Außen betrachtet und vielleicht auch drĂŒber gelacht, aber im Nachhinein war es einfach sehr dumm und lebensbedrohlich mich in eine solche Situation zu begeben. Hier also der Schnappschuss …

Nach etwa 23 km Wegstrecke kamen wir schließlich am Abend in Lhedar an. Und immer mehr spĂŒrte ich, von Stunde zu Stunde, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmte. Bis hierher hatte mein Körper alles mitgemacht und durchgehalten. Doch ab diesem Abend an sollte es anders sein.

Übelkeit und MagenkrĂ€mpfe sorgten dafĂŒr, dass ich an Energie verlor und völlig am Ende war. Ich erinnere mich genau daran, wie ich nachts stĂ€ndig in SchweißausbrĂŒchen aufgewacht bin. Neben der körperlichen Reaktion machte sich immer mehr Verzweiflung breit, ob ich den Aufstieg zum Thorong La Pass in diesem Zustand schaffen konnte. Ohne Zweifel hing die körperliche Reaktion mit der Höhe zusammen, was man definitiv nicht unterschĂ€tzen sollte.

Auch am nĂ€chsten Morgen ging es mir nicht besser. Dennoch raffte ich mich auf um Anschluss an unsere Gruppe zu finden. Wir hatten bisher immer RĂŒcksicht aufeinander genommen und in wenigen Tagen sind wir zu einem Team aus Herzensmenschen zusammengewachsen. Doch durch meine körperliche SchwĂ€che und Krankheit war ich einfach zu langsam.

Als wir zufĂ€llig an einem einsamen Haus am Wegesrand vorbei kamen bat ich die Gruppe darum alleine, ohne mich weiter zu gehen und mich in diesem Haus zurĂŒckzulassen. Dort erwartete mich eine sehr gasfreundliche nepalesische Familie, die mich fĂŒr ein paar Stunden aufnahm und sich um mich kĂŒmmerte.

Es wĂ€re wohl am besten gewesen, wenn ich meinem Körper noch einen weiteren Tag Ruhe gegeben hĂ€tte. Doch zu stark war der Drang gemeinsam mit den anderen den Thorong La Pass zu ĂŒberqueren. Also nahm ich all meine Kraft zusammen und zog weiter – bis zum letzten Ausgangspunkt vor der Überquerung – dem High Camp auf 4.600 Metern.

Ich hatte keine Kraft um Stolz auf mich und meine Leistung zu sein. Zu sehr war ich mit meiner gesundheitlichen Situation beschĂ€ftigt und der Hoffnung, dass ich bald wieder gesund werden wĂŒrde.

Morgen sollte der finale Aufstieg zum Thorng La Pass stattfinden – weitere knapp 850 Höhenmeter in eine Region, die ich bis dahin noch nie betreten hatte.

Am nĂ€chsten Morgen hatte ich das GefĂŒhl, dass sich mein Körper ein wenig entspannt und zur Ruhe kommt. Dennoch hatte ich zu diesem Zeitpunkt kaum Energie, da ich die letzten beiden Tage nichts gegessen hatte.

Mein Wille, an diesem Tag den Thorong La Pass zu ĂŒberqueren, war so groß, dass ich frĂŒh am morgen um drei Uhr gemeinsam mit den anderen loszog. Nach wenigen hundert Metern musste ich wie am Tag zuvor die Gruppe ziehen lassen. Ich stand vor der Entscheidung umzudrehen um mich einen weiteren Tag im Camp zu erholen oder durchzuziehen.

Ich zog weiter durch. Ein winziger Schritt nach dem Anderen – stetig in dem Glauben und Vertrauen daran, dass ich es schaffen kann. Auf etwa halber Strecke traf ich auf zwei Israelis, die ich vor wenigen Tagen in Chame kennengelernt hatte. Ich berichtete Ihnen von meiner Situation und war in dem Moment sehr dankbar, dass ich nicht alleine war.

FĂŒr Sie war es gar keine Frage, dass sie mich dabei unterstĂŒtzen wĂŒrden nun auch noch die letzten Schritte zu vollbringen. Sie nahmen mein sehr langsames Tempo an und gemeinsam – ein Schritt nach dem Anderen – nĂ€herten wir uns unserem Ziel.

Als ich die im Sonnenlicht erstrahlenden Gebetsfahnen in der Ferne zu erblickte, kehrte gefĂŒhlt mit jedem weiteren Schritt die Energie in meinen Körper zurĂŒck. Ich war kurz davor mein großes Ziel zu erreichen – das Ziel, wofĂŒr ich nun zwei Wochen an meine Ă€ußersten Grenzen gegangen bin.

Und plötzlich hatten wir Ihn erreicht – den Thorong La Pass – mit 5.416 Metern höchsten Punkt des Annapurna Circuits.

Die letzten Tage waren so hart und nun das – schöner hĂ€tte ich es mir in meinen TrĂ€umen nicht ausmalen können. Nach so einigen TrĂ€nen und Umarmungen mit wundervollen Menschen aus Nationen der ganzen Welt kann ich nach drei Tagen endlich wieder Lachen. Die Strapazen und all die Anstrengung der vergangenen 14 Tage – wie verflogen.

Bis heute ist dies einer der wohl schönsten und emotionalsten Momente in meinem ganzen Leben.

WĂ€hrend die Freude und das unglaubliche GlĂŒcksgefĂŒhl weiter anhĂ€lt, nehme ich bereits die Weite des Tals wahr, welches beim bevorstehenden Abstieg vor uns liegen wĂŒrde. Von 5.416 Metern wĂŒrde es nun knapp 1.600 Höhenmeter abwĂ€rts bis nach nach Mukitnath (3.800 m) gehen – und so kam es dann auch.

Angekommen in Muktinath erfuhren wir, dass der weitere Weg bis nach Jomsom nur mit einem Jeep zu befahren wĂ€re, da das felsige Flussgebiet zu gefĂ€hrlich zu durchqueren sei. Da wir in diesem Moment keine Alternative sahen, hĂŒpften wir kurzerhand auf den Jeep, der uns weiter bis nach Jomsom auf 2.713 Metern transportierte.

Hier in Jomsom habe ich nach knapp sechzehn Tagen das erste Mal das GefĂŒhl wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Es gibt hier sogar einen kleinen Flughafen. Ansonsten hat Jomson nicht besonders viel zu bieten, was uns dazu veranlasste uns noch am gleichen Tag weiter auf den Heimweg zu machen, mit dem Ziel – Pokhara.

Im Gegensatz zur einen HĂ€lften des Annpaurna Circuits ist die zweite HĂ€lfte ab Muktinath durch befahrene Wege und Zivilsation geprĂ€gt. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns als Gruppe dazu diese Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen und den weiteren Weg bis nach Pokhara mit Minibussen hinter uns zu bringen.

Und so kam es, dass wir nur drei Tage nach der Überquerung des Passes gesund und glĂŒcklich zurĂŒck in Pokhara ankamen.

Diese Wanderung hat mir

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