Der Son Kul (auch Songköl) ist ein Bergsee im Norden des kirgisischen Gebiets Naryn in Zentralasien. Er hat eine Fläche von 278 Quadratkilometern und ist wunderschön. Hier sollte mich meine nächste Wanderung hinführen. Wie es dazu kam und warum es mich genau hierher führte, darüber erzähle ich in diesem Beitrag.

Vom Son Kul hatte ich zum damaligen weder etwas gelesen oder gehört. Ich weiß noch ganz genau wie ich damals vor meinem Monitor saß und Google Maps geöffnet hatte. Es war einer der Tage wo mich der Drang nach einem neuen Abenteuer packte.

Mir war es wichtig diesmal nicht auf “Touriwegen” unterwegs zu sein, sondern viel Zeit allein in der Natur zu verbringen. Also klickte ich mich durch Zentralasien, bis ich auf diesen wundersamen blauen Fleck inmitten eines Gebirges stieß.

Ich kann nicht sagen warum, aber ich wusste intuitiv, dass dieser See mein nächstes Ziel sein würde – ohne wirklich zu wissen wie und auf welchem Wege ich diesen erreichen würde. Noch am gleichen Tag buchte ich einen Flug nach Almaty, einer größeren Stadt im Süden Kasachstans – unweit der Grenze Kirgistans.

Bis zum Abflug hatte ich noch in etwa anderthalb Monate Zeit um mich auf die bevorstehende Wanderung vorzubereiten. Nun war es so, dass ich zum damaligen Zeitpunkt weder vernünftiges Kartenmaterial noch detaillierte Informationen zu der Region rund um den Son Kul fand, was ich persönlich als positiv bewertete – denn dies war genau das, wonach ich suchte. Unberührte, wilde Natur und nah an den einheimischen Menschen zu sein.

Dennoch musste ich eine grobe Route planen und einen Startpunkt festlegen. Also überlegte ich, welche Stadt sich am ehesten als Startpunkt eignen würde und wie eine mögliche Route aussehen könnte – dafür nutze ich Satellitenbilder von Google Maps. Dies war meine einzige Möglichkeit um in etwa einschätzen zu können, was mich erwartet.

Was ich erkannte war eine Landschaft, die von gewaltigen Gebirgsketten und unzählig vielen Flussläufen durchkreuzt war. Ich konnte nicht absehen, auf welche Herausforderungen ich stoßen würde. Dennoch war ich im vollsten Vertrauen, dass ich mein Ziel erreichen würde.

Tokmok, etwas östlich von Bischkek gelegen sollte mein Ausgangspunkt werden; alles andere war völlig offen. Da ich im Juli unterwegs war, sollte der Flusstand niedrig genug sein, um auch Flüsse und Bäche durchqueren zu können. Doch dies würde ich erst erfahren, wenn ich bereits Mittendrin war.

Und so vergingen die Wochen und plötzlich fand ich mich nach einem dreitägigen Aufenthalt in Bischkek in Tokmok wieder. Am Tag der Ankunft in Tokmok nutzte ich die Zeit um in Läden und auf Märkten nach einer detaillierteren Karte dieser Region zu suchen, doch keine Chance.

Um am nächsten Tag startklar zu sein traf ich letzte Vorbereitungen und deckte mich mit ausreichend Verpflegung ein. Ich musste damit rechnen, dass ich bis zu zwei Wochen ohne auf jemanden zu treffen in der wilden Natur unterwegs sein würde.

Neben meinem Zelt, Isomatte, Schlafsack und Kochausrüstung waren 2 kg Haferflocken, haufenweise Instant-Nudeln und Snickers an Bord. Hiervon sollte ich die nächste zeit überleben.

Als ich den Locals von meinem Vorhaben erzählte schüttelte man nur mit dem Kopf und man sagte mir, dass ich doch verrückt sei. Diese Aussagen kamen mir aus Deutschland bekannt vor. Es konnte mich jetzt nichts mehr aufhalten. Ich war voller Freude und auch ein wenig aufgeregt.

Am Tag des Aufbruchs war die Familie meiner Gastgeber in Tokmok so nett, mich mit dem Auto zum Gebirgsrand ins Hinterland zu fahren so dass ich von dort aus meine Tour starten konnte.

Als ich aus dem Auto stieg und sich das Auto nach und nach immer weiter von mir entfernte war mir schon ein wenig mulmig. Ich konnte die Gefühle nicht richtig einordnen – eine Mischung aus Freude, Glück und Spannung, was mich auf dieser Reise erwartet.

Und so ging ich los – immer weiter am Flusslauf entlang ins Gebirge hinein. Ich orientierte mich an dem einzigen Weg, der existierte.

Die Landschaft hier war sehr geprägt von Flusstälern und Berglandschaft.

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